DE/730104 - Brief an Madhukara geschrieben aus Bombay

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Tridandi Goswami
A. C. BHAKTIVEDANTA SWAMI

Gründer - Acharya
INTERNATIONALE GESELLSCHAFT FÜR KRISHNA BEWUSSTSEIN

ZENTRUM: c / o Mahadevia
B-11 Sea Face Park
50-B Desai Road
Bombay-26. Indien

4. Januar 1973

Mein lieber Madhukara,

Ich möchte das Erhalten deines Briefes vom 22. Dezember 1972 bestätigen, und ich habe den Inhalt mit Sorgfalt zur Kenntnis genommen. Es entstand die Frage bezüglich verheiratetem Mann und Frau. Du bittest mich darum deine Frau zu verlassen und den Lebenstand des Vanapratha's anzunehmen. Für diese Fragen musst du den Präsidenten und den GBC konsultieren und deren Zustimmung einholen. Ja ich kenne deine Frau Leelashakti, und ich weiss, dass sie eine sehr ernsthafte und fortgeschrittene Schülerin ist. Aber jetzt, wo du mit ihr verheiratet bist, gibt es einige Verpflichtungen gemäß unserem Krsna-Bewusstsein oder dem vedischen System. Diese Dinge können nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sonst wird das Ganze eine Farce werden. Einfach heiraten, ohne zu überlegen, dass das Eheleben eine ernste Sache ist. Und wenn es eine kleine Störungen gibt oder wenn ich meine Frau oder meinen Ehemann nicht mag, dann lass mich gehen. Alle anderen tun das auch. Auf diese Weise wird das Ganze zu einer Farce. Du sagst, "die gemeinsame Gemeinschaft behindert deinen Fortschritt". Aber im Krsna-Bewusstem Eheleben sollte man nicht so denken, dass, wenn es eine Störung gibt, dass dies bedeutet, dass etwas meinen spirituellen Fortschritt behindert, nein. Sobald man das Grhastha-Leben angenommen hat, auch wenn es manchmal mühsam sein mag, muss man es als seine berufliche Pflicht erfüllen. Natürlich ist es besser, unverheiratet und zölibatär zu bleiben. Aber so viele Frauen kommen, wir können sie nicht ablehnen. Wenn jemand zu Krsna kommt, ist es unsere Pflicht, ihm Schutz zu gewähren. Krsna hat uns in der Bhagavad-gita mitgeteilt, dass auch Frauen und Sudras und andere niedrigere Menschen Zuflucht bei Ihm suchen können. Das Problem ist also, dass die Frauen einen Ehemann haben müssen, der ihnen Schutz bietet. Natürlich ist es auch schön, wenn die Frauen unverheiratet bleiben können und es geeignete Vorkehrungen für den Tempel gibt, um sie zu schützen, so wie es in der christlichen Kirche ein Nonnenkloster gibt, um die Frauen zu engagieren und zu schützen. Aber wenn es ein sexuelles Verlangen gibt, wie kann man es kontrollieren? Frauen sind normalerweise sehr lustvoll, lustvoller als Männer. Und sie sind das schwächere Geschlecht. Es ist schwierig für sie, ohne die Hilfe ihres Mannes spirituelle Fortschritte zu machen. Aus so vielen Gründen müssen unsere Frauen einen Ehemann haben. Das ist in Ordnung, aber wenn sie einmal einen Ehemann haben, und er so schnell weggeht, dass wird sie nicht sehr glücklich machen.

Nun da ich die Situation in eurem speziellen Fall nicht genau kenne, gebe ich dir einfach die allgemeine Grundregel oder das Hintergrundverständnis. Wir sollten niemals denken, dass unser sogenannter Fortschritt von einer Reihe von materiellen Umständen wie Ehe, Vanaprastha oder diesem oder jenem abhängig ist. Ausgereiftes Verständnis des Krsna-Bewusstseins bedeutet, dass ich, in welchem Lebenszustand ich mich auch gerade befinde, Krsna's besondere Barmherzigkeit für mich ausnutzen kann, um diese Bewegung für Krsna-Bewusstsein bestmöglich zu verbreiten und die Mission meines spirituellen Meisters zu erfüllen. Wenn ich meinen persönlichen Fortschritt oder mein Glück oder eine andere Sache für persönlich halte, ist dies eine materielle Überlegung. Wenn es eine unglückliche Arrangierung für die Heirat gab, warum hast du überhaupt geheiratet? Was auch immer gemacht wurde, wurde gemacht, das ist eine Tatsache. Aber ich möchte nur darauf hinweisen, dass du bevor du gehandelt hast, ohne deine wirkliche Verantwortung gründlich zu studieren, jetzt auf ähnliche Weise erneut über drastische Maßnahmen nachdenkst. Betrachte es daher sorgfältig in diesem Licht. Es gibt einen Vers aus der Bhagavad-gita: <u<yasman nodvijate loko lokan nodvijate ca yah/harsamarsa-bhayodvegair mukto yah sa ca me priyah, "Derjenige, der niemand in Schwierigkeiten bringt und nicht gestört von Sorgen wird, der im Glück und Leid ausgleichen bleibt, ist Mir sehr lieb" (BG 12.15)

Ein Fehlurteil, den neue Gottgeweihte häufig begehen, ist, dass sie bei jeder Störung oder Schwierigkeit der Ansicht sind, dass die Zustände oder die äußeren Umstände, unter denen die Schwierigkeit aufgetreten ist, die Ursache der Schwierigkeit selbst sind. Das ist nicht die Tatsache. In dieser materiellen Welt gibt es immer Schwierigkeiten, egal ob in dieser oder jener Situation. Deshalb hilft das nichts, wenn ich einfach meinen Berufs- oder Lebensstand ändere. Denn die wirkliche Tatsache ist, dass, wenn es Schwierigkeiten mit anderen gibt, dies mein Mangel an Krishna-Bewusstsein ist, nicht an ihrem. Ist das klar? Krishna sagt, dass sein liebster Gottgeweihter der ist, der andere nicht in Schwierigkeiten bringt. In der Tat, der niemanden in Schwierigkeiten bringt. Versuche also, die Angelegenheit anhand dieser Punkte zu beurteilen, unabhängig davon, ob du deine Frau oder dich selbst in Schwierigkeiten bringst.

Das richtige Verständnis der Bhagavad-gita ist Arjuna's Verständnis. Mit anderen Worten, Arjuna kam zu dem Schluss, dass er seine berufliche Pflicht nicht wegen materiellen Verpflichtungen, aus Gründen wie Ehefrau, der Familie, der Freunde, des Rufs und der beruflichen Integrität erfüllen muss - nein. Vielmehr darf er die Aufgaben seines Lebensstandes einfach als hingebungsvoller Dienst für Krsna ausüben. Das bedeutet, dass der hingebungsvolle Dienst wichtig ist und nicht meine berufliche Pflicht. Das heißt aber nicht, nur weil die Berufspflicht nicht die eigentliche Beschäftigung ist, dass man sie aufgeben und etwas anderes tun sollte, weil ich denke, dass der hingebungsvolle Dienst unter allen Umständen durchgeführt werden kann, über die ich nach meinem Willen entscheiden kann. Krsna empfahl Arjuna, so zu bleiben, wie er war, die Gesellschaftsordnung nicht zu stören und nicht gegen seine eigene Natur vorzugehen nur aus Bequemlichkeitsgründen. Unsere berufliche Pflicht ist nicht willkürlich, das heißt, wenn wir erst einmal ein Handlungsfeld betreten haben, werden wir es nicht durch ein anderes ersetzen, wenn wir in unserem Verständnis weiter fortgeschritten sind. Vielmehr ist unsere Hingabe der wichtige Faktor. Was macht es also aus, was ich tue, solange meine Arbeit und Energie ganz Krsna gewidmet sind? Genau wie Krsna, Er ist die Höchste Persönlichkeit Gottes. Er hat keine Arbeit, noch hat Er etwas zu tun. Dennoch kommt Er hierher, um uns diese Lektion zu erteilen. Er akzeptiert nicht nur seine berufliche Pflicht als Kuhhirte, königlicher Prinz, sondern auch sein Eheleben. Er betätigte sich in der Politik, Er ist Philosoph, Er ist sogar Wagenlenker in einem großen Kampf. Er gibt kein Beispiel dafür, wie er seine Berufspflicht vermeidet. Wenn also Krishna selbst durch sein eigenes Verhalten zeigt, was die Vollkommenheit der Existenz ist, dann sollten wir ein solches Beispiel beachten, wenn wir intelligent sind. Selbst wenn zu Hause eine Frau mit Kindern ist, spielt das keine Rolle, das ist kein Hindernis für unser spirituelles Leben. Und wenn wir diese beruflichen Pflichten einmal angenommen haben, sollten wir sie nicht leichtfertig aufgeben. Das ist der Punkt.

Unsere berufliche Pflicht ist es natürlich, das Krishna-Bewusstsein zu predigen. Wir müssen uns also unter allen Umständen an dieses Geschäft halten, das ist die Hauptsache. Deshalb, ob ich verheiratet, unverheiratet, geschieden, unter welchen Umständen auch immer, deine Predigermission hängt nicht von diesen Dingen ab. Das Varnasrama-Dharma-System wurde von Krishna wissenschaftlich arrangiert, um die Möglichkeit zu bieten, die gefallenen Seelen zurück nach Hause, zurück zu Gott zu bringen. Und wenn wir uns über dieses System lustig machen, indem wir die Ordnung durch launenhafte Weise stören, müssen wir das berücksichtigen. Das wird kein besonders gutes Beispiel sein, wenn so viele Jungs und Mädchen so beiläufig heiraten und sich dann trennen und die Frau ein wenig unglücklich ist, wenn sie der Ehemann auf so viele Arten vernachlässigt. Wenn wir dieses Beispiel setzen, wie wird die Sache dann ordnungsgemäss weitergehen? Haushälterleben bedeutet Ehefrau, Kinder, Zuhause, diese Dinge werden von jedem verstanden, warum haben unsere Gottgeweihte es als etwas anderes angesehen? Sie haben einfach ein sexuelles Verlangen, verheiraten sich und wenn die Angelegenheit ihre Erwartungen nicht erfüllt, gibt es sofort eine Trennung - diese Dinge sind wie materielle Aktivitäten, Prostitution. Die Frau bleibt ohne Ehemann, und manchmal gibt es ein Kind, das erzogen werden muss. In vielerlei Hinsicht wird der Entscheid, den du und einige andere auch machen, unangenehm. Wir können nicht erwarten, dass unsere Tempel zum Zufluchtsorten für so viele Witwen und abgelehnte Frauen wird, das wird eine große Belastung und wir werden zum Gespött der Gesellschaft. Es wird auch unerwünschte Nachkommen geben. Und es wird ein unzulässiges Sexualleben geben, das wir bereits sehen. Und da Frauen das schwächere Geschlecht sind, müssen sie einen Mann haben, der im Krsna-Bewusstsein stark ist, damit sie den Vorteil nutzen und Fortschritte machen können, indem sie fest an seinen Füßen festhalten. Was werden sie tun, wenn ihr Ehemann von ihnen geht? In unserer Gesellschaft gibt es bereits so viele Beispiele, so viele frustrierte Mädchen und Jungs.

Deshalb habe ich dieses Heiratsystem in euren westlichen Ländern eingeführt, weil es bei euch Brauch ist, Männer und Frauen frei miteinander zu vermischen. Aus diesem Grund ist die Ehe nur erforderlich um die Jungs und Mädchen in dem hingebungsvollen Dienst zu beschäftigen, unabhängig von der Unterscheidung des Lebensstatus. Aber unser Ehesystem ist ein wenig anders als das in eurem Land. Wir genehmigen die Regel der schnellen Scheidung nicht. Wir sollen Ehemann oder Ehefrau als ewigen Begleiter oder Assistenten im Krsna-Bewußtseinsdienst ansehen, und es gibt ein Versprechen, sich niemals zu trennen. Natürlich, wenn es einen Fall von sehr fortgeschrittenen Schülern, verheirateten Paaren, gibt und sie vereinbart haben, dass der Ehemann nun Sannyasa nehmen wird oder den Lebensstand der Entsagung, wenn beide glücklich sind durch diese Vereinbarung, dann gibt es ein Grund für eine solche Trennung. Aber auch in diesen Fällen, ist keine Rede von Trennung, wenn der Ehemann, selbst als Sannyasa, er muss sicher sein, dass seine Frau in seiner Abwesenheit gut versorgt und beschützt wird. Inzwischen ist die Frau, die von ihrem Ehemann gegen ihren Willen verlassen wurde, in so vielen Fällen unglücklich. Wie kann ich so etwas gutheissen? Ich möchte vermeiden, für künftige Generationen ein schlechtes Beispiel zu geben, daher erwäge ich deine Bitte mit äußerster Vorsicht. Aber wenn es mir so leicht fällt, zu heiraten und dann meine Frau zu verlassen, unter dem Vorwand, dass das Eheleben meinem eigenem spirituellen Fortschritt behindert, ist das überhaupt nicht gut. Das ist ein Missverständnis dessen, was Fortschritt im spirituellen Leben ist. Berufspflicht muss da sein, entweder dies oder das, aber wenn ich einmal berufspflichtig bin, sollte ich das nicht ändern oder aufgeben, das ist der schlimmste Fehler. Hingebungsvoller Dienst ist nicht an solche Bezeichnungen gebunden. Wenn ich mich einmal entschieden habe, ist es besser, auf diese Weise zu bleiben und meine hingebungsvolle Haltung zu einer vollkommenen Liebe zu Gott zu entwickeln. Das ist Arjuna's Verständnis.

Ich hoffe dies erreicht dich bei guter Gesundheit,

Dein immer wohlmeinender Freund,

[unterzeichnet]

A. C. Bhaktivedanta Swami

Madhukara das Adhikary
ISKCON St. Louis

ACBS / sda